Artikel mit dem Tag "Unterwegs"



31. August 2017
Zug. Unsere allerletzte Nachtfahrt. Einerseits sind wir traurig, denn etwas zum letzten Mal machen heißt, dass etwas zu Ende geht. Anderseits weinen wir den Nächten, die wir während unserer Reise in Zügen verbracht haben, kein Tränchen nach. Wir fahren von Moskau über Weißrussland nach Warschau. Passenderweise heißt unser Abfahrtsbahnhof Belaruskaja. Am Gleis die erste Überraschung: Wir entern einen nigelnagelneuen Schlafwagen. Funktional, geräumig, sauber. Von Siemens. Unsere...
23. August 2017
Zug. Ein letztes Mal setzen wir uns über Nacht in die transsibirische Eisenbahn. Wir legen knapp 3.000 Kilometer zurück, passieren vier Zeitzonen und brauchen dafür - nur - 42,5 Stunden. Unsere längste Fahrt überhaupt. Als wir die Tickets buchen, stehen wir vor einer wichtigen Frage: Wollen wir in einem geteilten oder in einem privaten Abteil reisen? Die russischen Züge sind schmaler geschnitten als die chinesischen. Man hockt sich gewissermaßen auf der Pelle. An sich ist das kein...
26. Juli 2017
Zug. Kehrtwende: Wir sind auf dem Rückweg. Schluck. Ok, wir werden noch mehr als fünf Wochen brauchen. Und dabei die Mongolei und Russland durchqueren. Wir freuen uns, sind aber auch schon ein bisschen wehmütig. Zum Trost gönnen wir uns von Peking nach Ulaanbaatar einen First Class Sleeper. Ist mal drin, denken wir. Und es lohnt sich. Wir trauen unseren Augen nicht, als wir in unserem Zweierabteil ankommen: Wir haben eine eigene Toilette. Und eine Dusche. Mehrfach hören wir in unseren...
17. Juli 2017
Zug. Wir sind auf dem Weg von Xi’an nach Peking. Wieder müssen wir über 1.000 Kilometer zurücklegen. Wie schon bei den drei Nachtfahrten vorher. China ist so verdammt groß. Der moderne Nordbahnhof in Xi’an stellt alles bisher Gesehene in den Schatten, gleicht eher einem Flughafen. Beim Check-In werden in Windeseile unser Ticket und Gepäck kontrolliert, Boarding ist 20 Minuten vor Abfahrt. Ups, eineinhalb Stunden zu früh hier. Bleibt noch Zeit, zu shoppen oder zu essen. Wir gehen zu...
06. Juli 2017
Zug. Wir sitzen. Zwischenzeitlich haben wir nicht mehr daran geglaubt. Wir wollen von Ürümqi nach Dunhuang und entscheiden uns für den komfortablen Nachtzug. Wir reservieren unsere Tickets online. Es sind die letzten. Genervt vom unterirdischen Service in unserem Hotelrestaurant beschließen wir, früh zum Bahnhof zu fahren. Als uns das Taxi um 16:30 Uhr rauslässt, gucken wir sparsam. Bei unserer Ankunft aus Kashgar sah die Station irgendwie anders aus. Wir finden einen jungen Typen, der...
11. Juni 2017
Zug. Wir sind mit dem Nachtzug auf dem Weg von Shymkent nach Almaty. Rückblick: Architektonisch hat Shymkent rein gar nichts zu bieten, der Unabhängigkeitspark mit seltsamem Cocktailmixer-Denkmal tut uns leid. Aber uns gefällt das bunte Treiben auf den grünen Straßen. Rechnet man nicht mit, wenn man sich in die kasachische Steppe verirrt. Nur aus den altertümlichen Bussen schauen uns verschwitze, gequälte Gesichter an. Uns schwant Übles für die Nachtfahrt. Bingo. Wir klettern in...
05. Juni 2017
Zug. In Usbekistan können wir zwischen unfassbar modern und schrammelig-alt wählen. Zu Spottpreisen. Da wir zwei Teilstrecken fahren, probieren wir beides. Der Afrosiyob ist ein schnabelförmiger Schnellzug, schicker, geräumiger, sauberer, kühler als der ICE. Damit kann man in wenigen Stunden zwischen den großen Städten hin und her schnabeln. Wir pesen mit 230 Sachen von Bukhara nach Samarkand. Der Sharq ist der IC Usbekistans, steht diesem aber in Sachen Komfort in allem nach: Zwischen...
01. Juni 2017
Taxi. Von Xiva nach Bukhara müssen wir wieder einmal - Überraschung - durch die Wüste. Ali fährt uns. Wenn alles gut läuft, dauert der Spaß sieben Stunden. Wir sehen: Wüste mit graugrünen Büschen, Wüste mit riesigen Blumenkohlpflanzen, Wüste ohne alles. Einen Mini-Tornado. Viele Esel, sehr viele Kühe, noch mehr Ziegen und ein Kamel. Am Straßenrand hin und wieder eine arme, meist ziemlich alte Seele, die irgendetwas Gestrüppartiges auf dem Rücken schleppt. Die Glücklichen haben...
21. Mai 2017
Zug. Zugfahren im Iran ist vom Prinzip nicht anders als in Deutschland. Wir steigen ein, fahren los, kommen an. Die Details machen den Unterschied. Ob in Teheran, Isfahan, Yazd oder Mashad: Meistens liegen die Bahnhöfe am Stadtrand und sind - wenn vorhanden - nicht an das Metronetz angeschlossen. Also Taxi und am besten die Tickets zwei bis drei Tage vorher in irgendeiner Travel Agency kaufen. Am Bahnhof selbst begrüßen uns keine Trinker. Alles ist sauber. Ungewohnt. Polizisten in grüner...