Bärenhack

Tomsk. Tschüss, Paris Sibiriens. Hallo, Athen Sibiriens. Um hier her zu kommen, machen wir einen kleinen Abstecher nach Norden. Im Örtchen Taiga steigen wir aus der Transsib und bummeln mit der Elektrichka zwei Stunden durch den Wald. Hin und wieder halten wir an einer Lichtung mit drei, vier Holzhütten. Davor bunte Gärtchen mit meterhohen Sonnenblumen.


Tomsk ist berühmt für seine Universitäten. Jeder Fünfte ist hier Student. Überall ist die Rede von akademischem Vibe in den Straßen. Davon spüren wir anfangs wenig. Nur ein paar untalentierte Straßenmusiker an der Uferpromenade. Vielleicht ist das Wetter schuld. Uns begegnet hier ein Phänomen namens „Regen“, ein anderes namens „Wind“.


Die vielen strahlend weißen, mit antiken Säulen gepimpten Unigebäude sind tatsächlich ein Hingucker. Passende Cafés und Bars gibt’s auch. Gegen den Botanischen Garten in Bochum kann sein sibirisches Gegenüber aber nicht anstinken.


Hübsche Fensterlädchen finden wir in Tomsk kaum, dafür andere Meisterwerke der sibirischen Holzarchitektur. Und was für welche. Hier ein Türmchen, da ein Erkerchen. Mal in knallorange, mal in knalltürkis. Nur schade, dass die Farbe des Himmels auf unseren Fotos nicht mitspielen will.


Kulinarisch schwimmen wir weiter in russischen Gewässern. Unsere Highlights: Stroganina (tiefgefrorene, hauchdünn geschnittene Scheibchen) vom Muksun (einem Weißfisch aus dem Ob), Elchfrikadellen mit Kartoffelpü und Pelmeni in Pfifferlingsbrühe, gefüllt mit Hack vom Schwein, Rind, Elch und Bär (!). In Deutschland würde man uns dafür einsperren. Oder vermöbeln. Unser Gewissen spülen wir mit Krusovice runter.

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Kommentare: 1
  • #1

    nora (Mittwoch, 23 August 2017 18:56)

    Ach wie herrlich. Kürzlich erst schulterzuckend eine Diskusion beendet, ob man Bären essen kann. Jetzt kann ich dank euch auf der nächsten Stehparty brillieren. Kulinarische Mitbringsel sind wahrscheinlich eher schwierig aber so einen Bärenklops würde ich liebend gerne mal kosten :)