You must be in UB

Ulaanbaatar. Obwohl die Mongolei vier Mal so groß ist wie Deutschland, leben hier nur drei Millionen Menschen, fast die Hälfte davon in der Hauptstadt. Als wir vom Stadtrand in die City fahren, haben wir das Gefühl, einmal Age of Empires durchzuspielen. Level Eins: Jurten und freilaufende Tiere. Level Zwei: Bunte Holzhäuschen mit Plumpsklos. Level Drei: Sozialistische Blockbaukunst und sandige Wege. Level 4: Moderne Glasfassaden und Traffic Jam. Level 5: Unser Hotel. Bonuslevel: Verstreute buddhistische Tempel und Klöster. 


Wenn in der Mongolei etwas abgeht, dann in Ulaanbaatar. UB, so nennen die Einheimischen ihre Stadt, ist das Zentrum für Kultur, Bildung und Wirtschaft. Der Rest des Landes ist Steppe. Oder Wüste. Gelegentlich verziert mit farbenfrohen Bretterbudendörfern - und natürlich den typischen weißen Jurten. 


UB sei ein gefährliches Pflaster, sagt man uns mehrfach. Tagsüber sollten wir uns vor Taschendieben in Acht nehmen, im Dunkeln vor Räubern. Vor rassistisch motivierter Gewalt bräuchten wir keine Angst zu haben, die gelte nur den Chinesen und Japanern. Als wir vier Millionen Tögrög in der Tasche haben, um unsere Nomaden- und Wandertour bei Golden Gobi zu bezahlen, werden wir angesprochen, ob wir an einer Umfrage zum Thema Tourismus in der Mongolei teilnehmen wollten. Unsere Alarmglocken klingeln. Nein, danke. 


UB gibt sich feier- und trinkwütig. Das macht uns das Völkchen auf Anhieb sympathisch. Aus den unzähligen Bars kommt laute Musik, in den Restaurants kann man international dinieren (wir bestellen trotzdem eine mongolische Fleischtorte), Karaokebar reiht sich an Karaokebar. Diesmal können wir der Versuchung widerstehen. 


Zusammen mit Ross und Jaci - unseren australischen Freunden aus dem Zug - testen wir mongolisches Bier. Golden Gobi, Chinggis Khan, Ceruun. Alle munden. Vergessen ist die chinesische Plörre. 


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