Verboten voll

Peking. An ein paar Sachen kommt man in Peking einfach nicht vorbei. Große Mauer, Platz des Himmlischen Friedens, Verbotene Stadt, Sommerpalast, Nachtmarkt. Wir arbeiten brav alles ab. Zeitweise fragt sich Alex, ob er vor neun Jahren tatsächlich schon einmal hier gewesen ist. Er kann sich an fast nichts erinnern. Kunststück: Die Ticketkassen der meisten Sehenswürdigkeiten schließen gegen 16:30 Uhr. Damals standen eben eher Trinken, Essen und Ausschlafen im Vordergrund. 


Sommerpalast. Chinesische Bau- und Gartenbaukunst vom Feinsten: Bunte Pagoden, künstliche Felsen, Seerosenfelder. Auf einer Fläche gefühlt so groß wie Bochum. In der Mitte ein riesiger See.

Es ist so voll, so laut, so schwül. Wir chartern eine Miniyacht und fliehen aufs Wasser. Alex legt gekonnt ab (da wir die chinesischen Zeichen für rückwärts und vorwärts nicht kennen, liegt die Chance dafür bei fifty fifty), wird allerdings kurz darauf von Jenny zum Smutje degradiert, die ihrerseits geschickt durch die Bogenbrücke zur Jadeinsel steuert.


Verbotene Stadt. Eigentlich wollen wir nur auf den Platz des Himmlischen Friedens. Noch während sich Jenny über dessen architektonische Tristesse auslässt, finden wir uns plötzlich in der Sicherheitscheck-Schlange für die Forbidden City wieder. Wenn wir schon einmal hier sind. Per GPS-Audioguide werden wir über das riesige Gelände geführt. Vorbei an prächtigen Pavillons und Palästen, im jedem zweiten steht ein goldener Thron. Versailles kann einpacken. Von der Pagode im Park gegenüber haben wir einen großartigen Blick auf die Anlage. Und auf Peking. 


Nachtmarkt. Eine Handvoll enger Gassen. Horden von Touristen machen Fotos von Skorpionen, Heuschrecken, Tausendfüßlern, Seidenraupen, Seepferdchen, Seesternen oder Schlangen am Spieß. Und wenden sich dann angeekelt ab. Ein paar prollige Collageboys probieren auch mal was davon. Die Chinesen, die dies nach landläufiger Meinung ja dauernd tun, entscheiden sich für die Hähnchenspieße nebenan. Eine große Tourishow, ein Paradies für Taschendiebe und Tierquälerei dazu. Manche der Insekten zappeln noch. Wir sind nach fünf Minuten wieder verschwunden. Mit Foto. 


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