Naschgar

Kashgar. Die Stadt und das Hostel sind nach der kirgisischen Ruhe und Frische ein Kulturschock. Auf der Straße überfahren uns eine Million Busse, Elektroscooter, Tuk-Tuks. Es ist brüllend heiß. Kashgar ist der Knotenpunkt an der Seidenstraße schlechthin und ein Schmelztiegel der Kulturen, Geräusche und Gerüche.


Dummerweise haben die chinesischen Behörden schon vor Jahren damit begonnen, die alten Lehmhäuser platt zu machen, die restaurierte Altstadt ist heute ein Disney-World für die uigurische Minderheit - und kostet für Touristen, nimmt man den falschen Eingang, 30 Yuan Eintritt. Natürlich nehmen wir den.


Im Hostel treffen wir auf 1.000 andere Weltenbummler, vor allem Amis und Chinesen aus den Großstädten an der Küste. Im traditionellen Innenhof kann man sich einem Plausch nicht entziehen. Nach dem zwanzigsten Where are you from? Where are you going? sind wir des Smalltalks müde und werden hungrig. 


Essen kann man in Kashgar ausgezeichnet. Am ersten Abend landen wir auf dem Nachtmarkt und futtern uns von Stand zu Stand. Baozi - gefüllte Knödel -, scharf marinierte Hähnchen- und Lammspieße, Melone landen in unseren Mägen. Schafskopf und Innereien müssen leider draußen bleiben.


Am zweiten Abend folgen wir der Empfehlung unseres Hostels und sitzen wenige Minuten später vor den ersten Hot Pots unserer Reise. Nur ein Wort: Geil!


Unser Ausflug in ein uigurisches Restaurant ist etwas komplizierter. Als wir nach der Karte fragen und mit den Händen diese nachzeichnen, weiß der Kellner offenbar sofort, was wir wollen und tippt die “Bestellung“ in sein Gerät. Zehn Minuten später stehen zwei Teller mit Fett, Knochen und ein bisschen Fleisch auf unserem Tisch. Wir sind froh, dass es nicht die Lammfüße sind, die am Nebentisch serviert werden. Fazit nach einer aufwendigen Stäbchenoperation am Tier: schmeckt auch.  


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Kommentare: 1
  • #1

    Moni (Sonntag, 02 Juli 2017 20:45)

    Jenny sieht beim Essen ein bisschen misstrauisch aus, hihihi...