Aisha und der Konsul

Bishkek. Wir haben wichtige Termine. Seit genau sechs Wochen das erste Mal. Wir sind aufgeregt. In der deutschen Botschaft warten unsere zweiten Reisepässe mit den Visa für China und Russland, in ihrem Büro wartet Aisha von CBT, um unsere gebuchte Tour mit uns zu besprechen. 


In Kirgisistan ist es für uns im Vergleich zu allen anderen Ländern, in denen wir bisher waren, deutlich komplizierter individuell zu reisen. Die Hotspots sind fast nur mit dem Geländewagen, per Wandertour oder auf dem Pferderücken zu erreichen. 


CBT steht für Community Based Tourism. Die Idee ist, die kirgisische Kultur und das einfache Leben möglichst nah und authentisch kennenzulernen. Mit unserem Fahrer Sergei fahren wir elf Tage quer durchs Land, vorbei an Bergseen, Yurtencamps und alten Karawansereien, machen eine dreitägige Wanderung, übernachten bei kirgisischen Familien, und müssen uns um nichts kümmern. Die Tour ist schnell besprochen.


Dann in die Deutsche Botschaft. Per Mail haben wir uns mit dem Konsul verabredet. Bei einer Ginger-Passionfruit-Limonade stellen wir uns vorher vor, wie es wäre, selbst Botschafter zu sein. Im Internet stoßen wir auf einen Einstellungstest, nicht mal die Hälfte der Fragen können wir richtig beantworten. Ausgeträumt. Dann möchte Alex wenigstens über Stadtentwicklung mit dem Konsul diskutieren.


Die Botschaft erinnert uns an Bonner Republiksarchitektur. Am Eingang wehen eine deutsche und eine europäische Fahne - beide könnten eine Wäsche vertragen. Unseren Empfang hatten wir uns feierlicher, heimeliger und exklusiver vorgestellt. Erste Ernüchterung: Es gibt eine Schlange vor dem Eingang. Davor patrouilliert ein deutscher Polizist: gründlich, ernst, formell. Wir: Wir wollen nur unsere Pässe abholen, müssen wir uns auch anstellen? Er: Bundesdeutsche Reisepässe? Wir denken: Nein, chinesische. Wir sagen: Ja. Er: Handys bitte ausschalten und hier durch die Sicherheitskontrolle. Wir leisten Folge. 


Drinnen beobachten wir viele junge Kirgisen, die mit dem Visum in den Händen das Gebäude glücklich wieder verlassen. Wir müssen warten bis Schalter drei frei wird. Unser langersehntes Gespräch mit dem Konsul dauert eine Minute. Er ist sehr freundlich, macht aber keine Anstalten, sich mit uns über unsere Reise, seine berufliche Tätigkeit oder gar Stadtentwicklung unterhalten zu wollen.


Egal - wir halten unsere Pässe in den Händen und können wie geplant in knapp zwei Wochen nach China einreisen. Bis dahin legen wir eine kleine Blogpause ein. Sergei holt uns morgen früh um 9:00 Uhr ab. 

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Kommentare: 3
  • #1

    Gerlind (Samstag, 17 Juni 2017 13:54)

    Zwei Wochen Blogpause???? Was soll ich denn abends lesen?
    Wie schon vorhin per WhatsApp gesagt: Weiterhin viel Spaß, Aufregendes, nette Leute (Deutsche sind halt nicht so mitteilsam, nicht mal der Konsul :-))
    Freue mich auf weitere Fotos und Reiseabenteuer.
    Ganz liebe Grüße
    Gerlind

  • #2

    Moni (Samstag, 17 Juni 2017 19:43)

    Wie? Pause? Das geht doch nicht. Woher soll ich denn wissen, dass es Eu h weiter gut geht?
    Ich bin echt gespannt, wie es weitergeht...
    Fühlt Euch umarmt!

  • #3

    Vanessa (Donnerstag, 22 Juni 2017 23:44)

    Neeeeinnnnn! Auch von meiner Seite Einspruch! Blogpausen sind vorher nicht angekündigt worden. Die bedürfen übrigens einer Genehmigung. Hat der Konsul das nicht gesagt? Und das auch noch jetzt?! Wollte mir für die Wehen extra drei/vier Beiträge aufsparen. Irgendwie muss ich mich doch ablenken. Was ein Timing - tz! Ich verzeihe euch aber... und wünsche euch weiterhin gaaaaanz viel Spaß.