Plov-Knov-Hov

Xiva. Die sagenumwobene Oasenstadt ist heute ein großes Freilichtmuseum, hat aber nicht viel von ihrem Charme verloren. Im Vergleich zu Samarkand und Bukhara verschlägt es hier relativ wenige Touristen hin, die Stadt ist einfach zu abgelegen im Norden Usbekistans. 


Unser Hotel Zukhro ist ein Traum: schlichte Schönheit, im traditionellen Stil gehalten. Unsere Gastgeber haben das Hotel komplett selbst gebaut und vor zwei Monaten eröffnet. Überall riecht es nach frischem Holz. An Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft ist die Familie kaum zu überbieten. Das Frühstück ist selbst für Alex nicht zu schaffen.  


Wir wohnen in der Altstadt, die von einer riesigen Stadtmauer aus Lehm umgeben ist. Wir wandeln von Medrese zu Medrese, erklimmen ein Minarett und haben einen tollen Blick über die Stadt, essen Somsa auf dem Basar. Wir lernen den Unterschied zwischen Tar und Dutar - zwei traditionellen, usbekischen Musikinstrumenten. Wir werden zu Models und posieren für unzählige Selfies mit Locals. 


Am ersten Abend trinken wir Bier auf dem Dach. Wie schon in Isfahan und Yazd taucht die Abendsonne die Gebäude in ein warmes, wunderschönes Orange. Wir kommen mit Paul und Julie aus Sidney ins Gespräch, die in Xiva ihren letzten Urlaubstag genießen. Ihre Familien und Freunde hatten ähnliche Vorbehalte gegenüber Reisen in Länder, die auf Stan enden. Gemeinsam ernennen wir uns zu Stan-Botschaftern.


Am zweiten Abend gibt es Plov, das zentralasiatische Gericht schlechthin. Plov ist Männersache, wie wir bei unserem Kochkurs mit Ali lernen. Jenny hat Glück und darf auch helfen. Wichtigste Regel: Erst Bier trinken, dann Feuer machen. Klappt, der Ofen ist an. In zwei Stunden frittieren wir ein fettes Stück Rinderbrust, dünsten Zwiebeln und Karotten, die in Usbekistan übrigens gelb sind. Salz, Kreuzkümmel und Rosinen würzen unseren Plov. Am Ende kommt eine ordentliche Portion Reis dazu, der in dem ganzen Sud weich wird. Uns läuft das Wasser im Mund zusammen, Ali auch. 

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