Der Berg ruft

Kang. Nach vier Wochen Großstadtdschungel sehnen wir uns nach Ruhe und Natur. Außerdem sind wir neugierig auf das Landleben im Iran. Von Mashad aus kann man unterschiedliche Bergtouren machen - der Lonely Planet empfiehlt vor allem das Dörfchen Kang und beschreibt es als sehr authentisch, ursprünglich und fotogen. Wir rechnen mit 30 Bussen voller Backpacker, die dort ausgeladen werden. Weit gefehlt.


Wir heuern Jaffar an, der uns nach Kang fährt. Als wir den Highway verlassen, folgen wir einer kleinen Straße über Serpentinen in die Berge, neben uns ein klarer Fluss. Nach einer Stunde Fahrt sind wir da und sehen erstmal nichts außer Bäume. Kang zieht sich terassenartig den Berg rauf - um die Atmosphäre zu erleben, müssen wir hoch. Da wir aber auch einen schönen Blick auf das Örtchen haben wollen, müssen wir danach noch den Berg auf der anderen Seite hoch. Heiß, anstrengend, schön. 


Das Leben in Kang ist wirklich sehr einfach: Keine Geschäfte, die Müllabfuhr ist ein Pferd, der Unrat wird mit dem Regenwasser in Rinnen ins Tal gespült. Ein junger Mann reitet auf einem Esel an uns vorbei. Da Mittagspause ist, sind kaum Leute auf der Straße. Die wenigen, die wir treffen, sind sehr freundlich und neugierig, wollen uns unbedingt die Hand geben, können aber kein Wort Englisch. Wir bemühen unsere drei Brocken Farsi. 


Da die Mashader gerne zum Picknicken in diese Gegend fahren, hat sich entlang der Straße in Richtung Kang eine rege Restaurantszenerie entwickelt. Überall im Schatten gibt es gemütliche Sitzecken mit Kissen und Teppichen. 


Auf einer kleinen Wiese am Fluß winken uns Mohamed und Fatimeh heran - zwei Mashader, die gerade Tee kochen und uns dazu einladen. Mit Hilfe unseres Zeigebuches unterhalten wir uns prächtig und lachen sehr viel.


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