Sof(i)a

Sofia. Hier ist es grüner, aufgeräumter, rausgeputzter. Der Sofianer versteht es, dem Müßiggang zu frönen. In den vielen kleinen und großen Parks finden wir immer ein tristes sozialistisches Denkmal und ein bunt gemischtes Publikum. Ältere spielen Karten, Jugendliche trinken Bier und flirten, Kinder spielen, Hunde kacken. Wir flanieren mit Blick auf die schneebedeckten Gipfel des Vistosha-Gebirges. 


In dieses Bild passt auch die ausgeprägte Café-Kultur in den Vierteln südlich der Innenstadt. Hier wird viel Wert auf Selbstgemachtes und Regionales gelegt. Wir haben eine tolle Dachgeschosswohnung, die wir aber gar nicht brauchen. Dafür können wir prima im Apartmenta oder im The little things rumlümmeln. Hier ist es besonders. Fast so wie in einer Studi-WG. Wir haben die Wahl zwischen Wohnzimmer, Esszimmer, Küche oder Bad. Und zwischen homemade sausage oder homemade lemonade. Wir probieren alles. 


Übermannt von Heimatgefühlen überredet Jenny Alex zu einem Ausflug nach Studentski Grad. Hier am Stadtrand leben etwa 30.000 Studentskis in einer eigenen Stadt unter sich. Unzählige Cafés, Bars, Clubs und Restaurants säumen die 60 Wohnblöcke aus den 70er Jahren, von denen die meisten ihre beste Zeit hinter sich haben. Manche sind schlicht unbewohnbar. Jenny war fünf Monate lang in блок осем (Block 8) zu Hause. Unser Ausflug dient mal wieder eher dem Essen und Trinken. Diesmal der traditionellen bulgarischen Fleischküche. Unser erster Schaschlik! Zum Dessert dann süße Salami.   


Heute Abend verlassen wir Europa für die nächsten dreieinhalb Monate. Mit dem Nachtbus fahren wir nach Istanbul.  


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Kommentare: 2
  • #1

    Kristin (Freitag, 12 Mai 2017 07:22)

    @jenny: hast du im "the little things" auch wieder schön ausgemalt und bananen-daiquirie getrunken? ;-)

  • #2

    Jule (Montag, 15 Mai 2017 10:56)

    "the little things" aww, ihr wart wieder da. Neid!