Vom Urlaub zur Reise

Serbien-Bulgarien. Ditt war janz schön uffregend. Der Tag beginnt hervorragend: ausgeschlafen und den Kopf voller Ideen. Jenny guckt noch mal nach der Zugverbindung Belgrad-Sofia: Für die ausgewählte Strecke sei keine Route verfügbar, sagt die Deutsche Bahn. What? Panisches Googeln bestätigt: Weil sich Serbien keine Dieselloks mehr leisten kann, wurde die Verbindung kurzer Hand gestrichen. Scheiße! Plan B ist der Fernbus. Dieser fährt allerdings erst wieder in fünf Tagen oder heute. In dreieinhalb Stunden! Doppelte Scheiße! Wir liegen noch im Bett, aber eine Entscheidung muss her. Bis Istanbul und damit bis zu unserem Flug ist alles ziemlich durchgetaktet. Der Urlaub wird zur Reise. 


Gesagt, getan. Entscheidung gefallen: Wir reisen früher ab. W-LAN und Kreditkarte sei Dank können wir die Tickets für den Fernbus unkompliziert buchen. Einzige Herausforderung: Das Ticket  muss ausgedruckt dem Fahrer in die Hand gedrückt werden. Es ist übrigens Sonntag. Zum Glück haben wir Nevena, unsere Gastgeberin. Wir schicken ihr das PDF, sie druckt es aus und steht zehn Minuten später lächelnd vor unserer Tür. Großartig!


Jetzt schnell zum Busbahnhof. Alter, ist der unübersichtlich. Wir hangeln uns von Schalter zu Schalter und finden heraus, dass wir eine Eintrittskarte für den Bussteig brauchen: 180 Dinar (etwa 1,45 Euro) pro Person. Gut, dass wir kurz vorher die restlichen Dinar wieder in Euro gewechselt haben und jetzt genau noch 400 Dinar übrig sind. Da sitzen wir also am Bussteig und wagen es noch nicht so recht, ein Freudentänzchen aufzuführen - es könnte ja noch etwas schief gehen. Tut es aber nicht. Der Bus ist pünktlich, die Fahrer wirken ausgeschlafen und gewähren uns als Deutsche Priority Boarding. Der Bus ist modern, nur halbvoll und die vorbeiziehende Landschaft ist bergig und saftig grün. Höhepunkt ist das Nišava-Tal. Links und rechts steile Felshänge, unten der Fluss. Erlaubt sind 60 km/h, der Bus fährt vermutlich um die 90 km/h. Jenny hat schweißnasse Hände. 


Nach viereinhalb Stunden erreichen wir die Grenze zu Bulgarien. Sie kündigt sich schon einige Kilometer vorher durch lange Lkw-Schlangen an. Nach einer Stunde Warten und Pässe zeigen begrüßen uns vier streunende Hunde mit wildem Gekläffe zurück in der EU. 60 Kilometer sind es noch bis Sofia. 

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Kommentare: 2
  • #1

    Petra u. Wolfgang (Mittwoch, 10 Mai 2017 22:00)

    Es macht Spaß Eure Berichte zu lesen. Freuen uns, dass Ihr Plan B bis jetzt immer im Rucksack hattet!
    Sind schon gespannt auf Eure nächsten Erfahrungen!

  • #2

    Gerlind (Donnerstag, 11 Mai 2017 19:36)

    Plan B immer hilfreich - Zugfahren von Belgrad nach Sofia also genauso spannend wie von Bochum nach Doofmund! :-)
    Freue mich auf eure nächsten Berichte - schon interessant, eben doch mal direkt zu erfahren, wie das Leben in den Städten so ist (Belgrad!).
    Wünsche euch weiterhin gute Reise und immer einen Plan B im Gepäck!